In meiner Dissertation untersuche ich vergleichend die Absetzungen von insgesamt zehn Souveränen aus Schottland, England, Schweden und den Niederlanden.

Diese zehn Herrscher und ihre Absetzung werde ich nach und nach hier vorstellen. Da ich grade an den schwedischen Fallbeispielen forsche, beginne ich mit Johan II.

Johan II.  war König der Kalmarer Union, ein Verbund von Dänemark-Norwegen und Schweden, von 1497-1501.  Obwohl er bereits 1458 als Erbe des Throns in allen drei Königreichen anerkannt wurde, konnte er sich in Schweden erst 1497 für kurze Zeit als König durchsetzen und krönen lassen. Sein Gegenspieler in Schweden war der Anführer der Adelsopposition gegen eine Einheit mit Dänemark: Sten Sture der ältere. Die Stures waren eine der einflußreichsten Familien in Schweden und stellten grade in dieser Zeit einige Reichsregenten, die de facto die königliche Macht innehatten.
Der schwedische Adel war jedoch besonders in der Frage der Kalmarer Union gespalten; es gab einflussreiche Gruppen, die die Union mit Dänemark begrüßten und Johan unterstützten. Die Frage, ob und wann Johan schwedischer König werden konnte, war also vor allem die Frage danach, welche Partei größere Macht erlangen konnte.

1497 war dies dann die Unionspartei, die Johan auf den schwedischen Thron setzten. Nach nur wenigen Jahren hatte Sten Sture seine Position jedoch wieder soweit gesichert, dass er den König herausfordern konnte und gewann.

Nach der Vertreibung der Dänen aus Stockholm gilt Johan als abgesetzt, auch wenn er dieses Urteil nie anerkannte und bis zu seinem Tod 1513 noch mehrfach versuchte, gegen Sten Sture vorzugehen. Das endgültige Kapitel in der Frage der Kalmarer Union wird aber erst von seinem Sohn Kristian II. geschrieben, der 1523 den schwedischen Thron endgültig verliert. Gustaf I. begründet in diesem Jahr das schwedische Königreich, losgelöst von Dänemark.