Wie spätestens an der Posting-Frequenz dieses Blogs hier abzulesen ist, hat der typische Promovend eine Menge zu tun. In meinem Fall kommt eine halbe Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin hinzu, die Planung meiner Hochzeit nächstes Jahr und noch schaffe ich mir auch Freiräume für ein Leben jenseits von Arbeit und Promotion (das wird sich vermutlich nahe an der Abgabe ändern). Also, viel zu tun auf allen Baustellen, worunter leider auch der Blog leidet (ich bemühe mich um Besserung, will aber mal lieber gar nichts versprechen).
Das Schöne ist bei dieser ganzen Sache, dass diese ganze Arbeit unheimlich viel Spass macht. Mir zumindest.  Auch wenn es noch Anpassungsschwierigkeiten gibt, die vor allem darin bestehen, meinen ausgeprägten inneren Schweinehund in einem Leben jenseits von Stundenplänen und festen Arbeitszeiten zu besiegen; erfüllt mich die Arbeit (egal, ob die als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder die an der Promotion).
Der jahrelange Aufwand des Studiums wird nun damit honoriert, dass ich mich mit Themen beschäftigen darf (und dafür bezahlt werde), die mich herausfordern, intellektuell stimulieren und deren Sinnhaftigkeit sich mir direkt erschließt.   Unberührt von den aktuellen Problemen des Bachelor, konnte ich mich im Studium wirklich der Bildung (im Humboldtschen Sinne) widmen und dies auch jetzt weiterverfolgen. Passend dazu arbeite ich inzwischen meistens im Lesesaal einer alten Bibliothek mit dunklen Holztischen, Bücherwänden und einer Galerie, zu der eine knarrende Holztreppe führt.