Nein, noch nicht die Arbeit. Aber endlich das informations(über-)reiche Tagebuch Carl Bertuchs vom Wiener Kongress. Es sind nur knapp 200 Seiten, aber die haben es in sich. Der stichwortartige Stil Bertuchs führt bei der Bearbeitung zu drei Zeilen über wenige Worte. Z.B.: „Bei Schlegel zum Essen, Grimm getroffen“
Wunderbare Aussage für meine Arbeit; jetzt weiß ich erstens, daß Bertuch und Grimm in den „Salon“ Schlegels gegangen sind; zweitens, dass die drei Herren sich untereinander kannten und drittens, dass diese Bekanntschaft schon bestand, da er bei neuen Bekannten diese immer mit ihrem Äußeren und ihrem Charakter vorstellt. Und dieser Informationsreichtum auf 200 Seiten – ich bin erschöpft.Trotzdem möchte ich Interessierten an der Kulturgeschichte des Wiener Kongresses genau dieses Buch ans Herz legen, da er wunderbar die Galerien, Kunstsammlungen, Feste, öffentliche Orte, Wanderungen in die Nähe Wiens und Vorgänge jenseits des Hochadels und der Politik beschreibt. Kurz, prägnant und nach dem Lesen hatte ich ein lebendiges Bild seines Aufenthaltes vor Augen.
Herausgegeben – etwas gekürzt – wurde das Tagebuch von Hermann von Egloffstein.

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