Die letzten paar Tage habe ich mich erneut – oder noch immer – hauptsächlich mit organisatorischen Fragen und Problemen beschäftigt bzw. allgemeine Vorarbeiten für die Magisterarbeit geleistet. Dabei habe ich auch mit großem Gewinn einen Kurs zum wissenschaftlichen Schreiben der Abschlussarbeit (allein der Kursname passte bei mir, zu dem Termin, haargenau) an meiner Uni besucht. Dabei sind einige Schreibübungen entstanden, die ich euch Lesern nicht vorenthalten will. Sie führen kurz in mein Thema ein und zeigen einige der Proleme auf, ohne dass man zuviel Vorkenntnisse besitzen muss. Ich schreibe die Texte einfach ohne Überarbeitung ab, wobei man dann auch prima einen Unterschied zum normalen Stil erkennen kann🙂

Zu der Frage „Was nervt, was fasziniert mich an meinem Thema?“:

In meinem Thema untersuche ich die Begegnungen zwischen Gelehrten auf dem Wiener Kongress 1814/1815. Faszinierend finde ich daran, wie die „scientific community“ bzw. Gelehrtenrepublik sich „früher“ organisiert hat/ wie sie aussah/ welche Mechanismen es gab.
Etwas nervig finde ich hingegen, daß durch das erst neu aufgekommene Interesse an Wissenskulturen es starke Zugangsprobleme gibt: es gibt keine Übersicht, wer alles auf dem WK war; die Quellen sind für das Thema nicht aufbereitet. Und auch die Zeitgenossen hatten nur wenig Interesse an solchen Themen bzw. hatten eine andere Vorstellung von WIssenschaft, so daß man Kenntnis von den Begegnungen oft nur durch zufällige Nebenbemerkungen oder eigentlich themenfremde Beobachtungen erlangen kann.
Die Faszination an dem Ideal der Gelehrtenrepublik und auch an Vergleichen zum heutigen – besonders web 2.0 – überwiegt aber. Wie es – trotz räumlicher Entfernungen – möglich war, gemeinsam wissenschaftlich zu arbeiten! Oder wie durch persönliche Begegnung sich eine geistige Beziehung (durch Briefe) verändern kann! Wieviel aus Eigenmotivation entstehen kann -> die meisten wurden für ihre Arbeit nicht bezahlt, sondern finanzierten sich selbst. Auch die Verbindung von dem konkreten Ort Wien und den politischen Ereignissen und den Inhalten interessiert mich.