In etwa einer halben Stunde kann so ein Blitzexposé geschrieben werden und so eine Grundlage zur Diskussion des Projektes mit anderen bieten. Vor allem geht es dabei um die Realisierung einer Arbeit, weniger um inhaltliche Fragen. (Die Idee stammt aus dem Buch von Frank, Andrea u.a.: Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf. Stuttgart 2007)
Bei dieser Übung habe ich mir zum ersten Mal die Frage gestellt, warum sich ein Nicht-Historiker für mein Thema interessieren sollte und was an meinem Thema wichtig für die heutige Gesellschaft (welcher Art auch immer) ist. Doch dazu in einem späteren Kapitel. Hier zunächst – wieder in der Rohfassung – mein Blitzexposé.

Ich werde in meiner Magisterarbeit über Gelehrte auf dem Wiener Kongress schreiben. Dabei interessieren mich vor allem die Begegnungen mit anderen Gelehrten, wie diese stattfanden, welche Folgen sie hatten und welchen Einfluss verschiedene Kontexte auf diese Begegnungen nahmen.
Damit möchte ich aufzeigen, wie die Gelehrtenrepublik an der Schwelle zur Institutionalisierung bei einem konkreten Treffen funktionierte, welche Bedeutung persönliche Kontakte im Vergleich zu rein brieflichen haben und welche Bedeutung die Umstände für die Wissenschaft haben können.
Um dieses herauszufinden, werde ich vor allem die Briefe, Erinnerungen und Tagebücher von einigen ausgewählten Gelehrten als Quelle heranziehen, ergänzt um Zeitungsartikel, Akten der Geheimpolizei und Beobachtungen von Kongreßteilnehmern, die sich in Sittenbeschreibungen u.ä. niedergeschlagen haben. Diese Quellen sind größtenteils ediert und liegen in den Bibliotheken in der Nähe vor.
Um einzelne Aspekte näher zu analysieren, werde ich Kommunikations- und/oder Netzwerktheorien zu Hilfe nehmen. Aus historiographischer Sicht ordne ich mich – aufgrund der Fragestellung und den Quellen – der Kulturgeschichte mit wissensgeschichtlichen Schwerpunkt, zu.