Eine der verbreiteten Thesen in der Buchgeschichte ist, dass der Buchdruck u.a. deswegen solch einen durchschlagenden Erfolg hatte, weil er im Humanismus und in der Reformation schnell wichtige Inhalte gefunden hatte. Ebenso wird umgekehrt die schnelle Verbreitung und hohe Bedeutung der Reformation und des Humanismus teilweise dem Buchdruck zugewiesen.

Zumindest für den Humanismus kann ich die große Bedeutung des Buchdrucks nun bestätigen, ebenso hatte der Humanismus aber auch einen großen Einfluss auf den Buchdruck durch personelle Überschneidungen, neue Inhalte, neue Schriften und Typographien etc..

Humanismus und Buchdruck

a) Allgemeines

Frühhumanismus: ca. 1450-1480 (in D): Übergang zwischen (spät-)mittelalterlicher Literatur und Humanismus, oft nebeneinander und von den Zeitgenossen nicht als trennend empfunden; Schwierigkeit der Einordnung von Schriftstellern als Humanisten (latein?, Studium in Italien?); die Reichskanzlei in Wien als Zentrum; erste Generation der dt. Humanisten sterben in den 1470ern; Konzentration zunächst auf italienische Humanisten, erst in zweiter Linie auf antike Autoren

Hochhumanismus: ca. 1480-1520: Blütezeit; große Bedeutung für den Buchdruck (Reformation löst Humanismus als bedeutende Geistesbewegung ab) = ca. Regierungszeit von Maximilian I.

Späthumanismus: ca. 1520-1550 , geprägt zunächst von der Auseinandersetzung zwischen Reformation und Humanismus; spätter im Dienst beider Konfessionen

– enge Verbindung von Humanismus, Reformation und Buchdruck, z.B. durch gemeinsames neues Medium Flugblatt / Einblattdruck

Inhalte des Humanismus: Rückbesinnung auf die Antike, Gegenbewegung zur Scholastik, Ziel der ethisch-kulturellen Entwicklung des Menschen (humanitas), Bildungsgedanke, Weltlichkeit, Individuum, Menschenwürde und Persönlichkeit, Gelehrtenrepublik, Mensch statt Gott soll erforscht werden, tiefergehende Beschäftigung mit der klassischen und christlichen Antike, Bildungsbewegung, antike Ästhetik, besonders in der Sprache (Latein), „schöpferische Begegnung mit der Antike“ vs. starrer Scholastik, Einheit von Geistes- und Naturwissenschaften, nicht nur klassische Antike, sondern auch Geschichte des eigenen Volkes; Rettung und Bewahrung von Handschriften; Verehrung besonders Ciceros, Ovids, Horaz‘, Vergils

humanistische literarische Gattungen: Rede, Brief (an Cicero orientiert), Gedicht, Epigramm, Epigraph;

Buchgattungen: Anthologien, Übersetzungen, Satire

– Höfe und Kanzleien oft Zentren des Humanismus

b) einzelne Humanisten, Drucker, Verleger und andere wichtige Personen

Johann Amerbach (1440-1513): Verlegerdrucker und Humanist in Basel, in Paris und Venedig (u.a. bei Manutius) gelernt, druckte vor allem Ausgaben der Kirchenväter; Teilhaber Johannes Froben, der nach seinem Tod die Offizin weiterführte

Sebastian Brant(1457-1521): Autor des Narrenschiffs (1493) – ein damaliger Bestseller (17 dt. Ausgaben und 18 lat.), Erstdruck bei Bergmann von Olpe, Verfasser zahlreicher Flugblätter, die sich häufig mit der Beschreibung und Deutung von Wunderereignissen beschäftigten (Siamesischen Zwillinge), eigentlich Korrektor und Jurist, Vertreter eines konservativen, noch mittelalterlich-geprägten Humanismus, Studium und Anstellung an der Basler Universität (Röm.Recht), ab 1504 Stadtschreiber in Straßburg, eifriger Propagandist für Maximilian I.

Conrad Celtis (1459-1508): erster dt. poeta laureatus (1487), editierte Tacitus Germania, Roswitha von Gandersheim, arbeitete für Maximilian I. als Dichter und Historiograph, Griechisch-Lehrer in Wien, Professor in Ingolstadt; veröffentlicht die Germania generalis in Planung einer Germania illustrata; weitere Werke: Ars versificandi und quattuor libri amorum

Albrecht Dürer (-1528): Nürnberger Künstler und Holzschnittmeister, Bildung in Italien/Venedig, wahrscheinlich an der Schedelschen Weltchronik beteiltigt, verfasste/zeichnete und gab die Proportionslehre heraus,

Erasmus von Rotterdam (1467-1536): verfasste Lob der Torheit (1515, Auflage: 1800), welches ihn weithin berühmt machte; war Vertreter eines stark toleranten und friedlichen Humanismus und Pazifismus, ließ meist bei Johann Froben (1470-1527) in Basel drucken, mit dem ihn ein freundschaftliches Verhältnis verband und dem er beratend zur Seite stand, gab das NT griechisch und latein übersetzt heraus (1516) in zwei FolioBänden

Johann Froben (1460-1527): Drucker in Basel, Drucker von Erasmus, druckte nur dreimal deutsch, ansonsten nur latein und griechisch (-> ausgezeichneten Ruf in dieser Disziplinen); hatte Erasmus und Beatus Rhenanus als Kastigatoren; druckte Luther auf Latein, folgte aber dann Erasmus in seiner Abkehr von Luther => Geschäftseinbußen; Druckermarke mit zwei Schlangen, war kurzzeitig bei Koberger tätig; führte in Basel die Antiqua ein

druckte das Neue Testament auf griechisch und latein (1516, Erasmus-Übersetzung, erster vollständige Griechisch-Druck im dt. Raum), Werkausgabe des Hieronymus,

Johannes Grüninger (1455-1531): Drucker in Straßburg, reiche Illustrationen, arbeitete mit Sebastian Brant als Kastigator zusammen, lernte in Venedig und Basel, blieb katholisch,

druckte: Komödien des Terenz (erstmals Terenzbühne), Horaz (1496), Vergil (1502, erste illustrierte Ausgabe) und weitere lateinische Autoren, hebräische Grammatik, volkssprachliche Texte

Ulrich von Hutten: übersetzte seine lateinischen Dialoge in die Volkssprache Deutsch (-> Bruch mit gelehrtem Humanismus), ließ bei Schöffer in Mainz drucken, verfasste Großteil der zweiten Dunkelmännerbriefe (epistolae obscurorum virorum, 1517), setzte sich für ein „romfreies Germanien“ ein, Reichsritter, kämpfte unter Maximilian I.,

Anton Koberger (~1440-1513): Inhaber der größten dt. Druckerwerkstatt in der Inkunabelzeit, Nürnberger; erster Druck 1471 (Verbindung zu Gutenberg nicht ganz eindeutig); Pate von Dürer; sehr geschäftstüchtig; Ratsmitglied; stellte 1504 Druckerei ein und begann einen Handel, der ihn trinkstubenfähig machte; erster Großunternehmer des Buchgewerbes (-> bis zu 24 Pressen, eigene Papiermühle, ca. 100 Mitarbeiter), über 200 Inkunabeln, die er tw. in anderen Druckereien herstellen ließ und nur vertrieb (erste Arbeitstrennung); ab ~1490 Ausbau des Großbuchhandels, mit dem er auch abgelegene, noch nicht erschlossene, Reichsteile erreichte; ließ auch vor dem Verkauf rubrizieren, kolorieren und tw. binden; schlug Luthers Angebot ihn zu drucken aus => Beginn des Niedergangs; hatte nahezu Monopolstellung im Bücherfernhandel (z.B. mit Venedig)

druckte Boethius, Philosophie, Theologie, Jura (Römisches Recht) und Geschichte; Bibel (1483), Schedelsche Weltchronik (1493),

Peter Luder (1415-1472): Wanderhumanist mit Vorlesungen in Heidelberg, Leipzig, Ulm, Erfurt, Basel und Wien; hatte kein Problem, sich gegen Autoritäten (UniRektor) aufzulehnen; bemühte sich vor allem um den Humanismus an den Universitäten

Aldus Manutius (1449-1515): Drucker in Venedig, Druckermarke mit Delphin, besonders für seine kursive Antiqua-Type bekannt, druckte zahlreiche antike Texte; selbst Philologe; studierte in Rom und Ferrara und war Prinzenerzieher bei Modena; seit 1490 Druckerei in Venedig mit expliziten Ziel der Verbreitung der lateinischen und griechischen Klassiker, hatte (mehrere) Geldgeber; sammelte Philologen und Editoren um sich; nutzte oft das handliche Oktavformat; ließ moderne griechische Type schneiden, gehörte der Gelehrtenrepublik an, ebenfalls für griechisch Druck bekannt, gründete wissenschaftliche Akademie für Griechisch-Studien (1500)

druckte: Vergil (1501), Cicero, 28 Erstausgaben griechischer Klassiker (Aristoteles, Thukydides, Herodot, Sophokles, etc.), Erasmus

Maximilian I.: dt. Kaiser (seit 1486 König, 1508-1519 Kaiser) und Mäzen vieler Künstler und Wissenschaftler, Förderer des Humanismus, führte die Dichterkrönungen wieder ein, „Medienkaiser“, vor allem um sein“Gedächtnis“/ seinen Nachruhm besorgt

Philipp Melanchthon: Späthumanist, Weggefährte Luthers und Vermittler zwischen Reformation und Humanismus; Verfasser zahlreicher Lehrbücher aus allen Wissensgebieten

Johann Oporinus (1507-1568): Drucker in Basel, Korrektur bei Froben, Schulmeister, druckte griechische und römische Klassiker, Anhänger der Reformation

Willibald Pirckheimer (1470-1530): Nürnberger Humanist, Freundschaft mit Celtis, Dürer, Erasmus, Hutten, Zwingli u.a.; besondere Förderung des Griechischen durch Übersetzungen (ins Deutsche und Lateinische), Sprachübungen; Publizist für Maximilian I., Angehöriger der Gelehrtenrepublik; Gesandter und Ratsherr für Nürnberg, zunächst positiv gg Reformation, später ablehnend; auch Verfasser von Gedichten, Satiren und wissenschaftlichen Abhandlungen aus allen Bereichen; große Sammlung von Frühdrucken und griechischen Drucken (Aufbau einer Bibliothek) und Handschriften (zur Ergänzung und Fortführung der Familientradition); ließ u.a. bei Koberger drucken

Pius II. (1404-1464): bürgerlicher Name Enea Silvio Piccolomini; Angehöriger der Gelehrtenrepublik; verfasste humanistische Schriften; zentraler Frühhumanist mit weitreichender Verbreitung auch in D – sowohl durch Handschriften als auch durch Drucke, wurde häufig nur als Erzähler gelesen, nicht mehr seine humanistischen Schriften rezipiert; verfasste 1444 auch erotische Texte, war als Humanist besonders für seine Briefform bekannt; bedeutender Vermittler humanistischer Ideen nach D

Christoph Plantin (~1520-1589): (span.) königlicher Hofdrucker in Antwerpen; druckte die Biblia Polyglotta (größtes Werk eines niederländ. Einzeldruckers; herausgegeben von span. Humanist Montanus in syrisch, latein, hebräisch, griechisch und chaldäisch, 1568-1573), katholisch (kein Humanist, aber tolerant), später offizieller Drucker der Generalstaaten, hohe Fehlerfreiheit seiner Drucke, fördert früh den Kupferstich, 1573 erstes wissenschaftliche Wörterbuch der Niederlande, Kartographie

Johannes Regiomontanus (1436-1476): Mathematiker, Astronom und Drucker aus Nürnberg; stellte erste dt. Antiqua-Drucker her, stürzte sich besonders auf antike Mathematiker und Naturwissenschaftler

Johannes Reuchlin: vor allem um hebräisch bemüht, lehrte in Ingolstadt und Tübingen Griechisch und Hebräisch; stritt ausgiebig mit den Kölner Dominikanern um die Anliegen des vom Judentum konvertierten Christen Johannes Pfefferkorn, in der er Partei für die Juden ergreift (1513/1514); veröffentlicht zum Streit die Epistolae clarorum vivorum (-> vgl. Dunkelmännerbriefe)

Hartmann Schedel: Arzt, Humanist und Sammler von Einblattdrucken (-> vgl. Schedelsche Weltchronik) in Nürnberg; Besitzer einer umfangreichen Bibliothek

Heinrich Steinhöwel (1411-1479): Ulmer Arzt, Schriftsteller und Übersetzer z.B. von Aesop; veröffentlichte viel bei Johannes Zainer in Ulm)

Joachim Vadian: In Wien Philosophie und Poetik lehrend, Herausgeber vieler antiker Editionen, italienischer und deutscher Humanisten, verfasste „wohlverdientes Lob der Buchdruckerkunst“, Förderer der Versorgung mit antiken Texten in Schulen

Niklas von Wyle (1415-1479): Kanzler am Grafenhof Württemberg, literarischer Übersetzer, veröffentlichte die Translatzen (seit 1476, 18 ital.-humanist. Erzählungen) bei Konrad Fyner in Eßlingen, in deren Zentrum der gebildete Fürst und die gebildete Dame standen => Verbreitung eines neuen, humanistischen Bildungsideals, enge Beziehung zu Pius II.; Versuch der engen Anlehnung des dt. an das lateinische in seinen Übersetzungen

c) besondere Bücher/ Schriften

Schedelsche Weltchronik: vom Nürnberger Arzt und Humanist Hartmann Schedel (1440-1514); 1800 Holzschnitte (Wolgemut und Pleydenwurff; Dürer); erschien im Juli 1493 auf latein bei Koberger, finanziert von Schreyer und Kammermeister; im Dezember 1493 übersetzt ins frühneuhochdeutsche (Nürnbergisch) von Georg Alt bei Anton Koberger; sehr gute Überlieferung durch zahlreiche Funde => intensive Beschäftigung in der Kunstgeschichte, tw. inhaltliche in der Geschichte und weitere in Spezialdisziplinen zu Materialität, Inhalt und Personen; hohe Auflage beider Ausgaben (1000); nicht nur Abriß der Weltgeschichte, sondern allgemeine Wissenschaft (vgl. Enzyklopädie); große Rezeption, war z.B. auch Wissensgrundlage für Historia von D. Johann Fausten (1587); kein Titelblatt => kein einheitlicher Titel; meist einheitlich, Folio-Format, enthält neben zahlreichen wirkungsmächtigen Stadtansichten auch die erste gedruckte Deutschland-Karte (eher Mitteleuropa), wird oft als Beginn der Loslösung von Handschrift zum modernen Buchlayout betrachtet; Nachdruck durch den Augsburger Johann Schönsperger (dt. 1496, lat. 1497), etwas kleineres Format, zweispaltig, Reduktion bei Holzschnitten und Ausgestaltung

Dunkelmännerbriefe (epistolae obscurorum virorum): erster Teil erschien 1514 bei Heinrich Gran von Crotus Rubeanus verfasst, zweiter bei Heinrich von Neuß in Köln 1517 von Hutten; sind 110 fingierte Briefe gg Gratius (Reuchlin-Streit 1511), anonyme Satire, die kirchenkritisch ist; Vorführung von scholastischen Gelehrten und Mönchen; kam später mit seinen antiklerikalen und teils prolutherischen Schriften in Konflikt mit der Obrigkeit und wurde verfolgt

 

anschauliche (viele Holzschnitte, detailgetreue Abbildungen, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügten) Lexika zu Zoologie (von Conrad Geßner, gedruckt bei Froschauer seit 1551), Botanik (von Leonhart Fuchs, gedruckt bei Isengrin 1542 und Otto Brunfels, gedruckt Schott 1532), Bergbau (von Agricola, gedruckt bei Froben 1556), Medizin / Anatomie (von Andreas Vesalius, gedruckt bei Oporinus 1543; von Paracelsus, gedruckt bei Steiner 1536 und Hieronymus Brunschwig, gedruckt bei Grüninger 1497)

d) Orte/ Zentren

Nürnberg letztes Drittel des 15. Jahrhunderts: Schedelsche Weltchronik, Koberger, Dürer, Pirckheimer, tw. Celtis; besondere Konzentration auf Astronomie, Astrologie und Naturwissenschaft

Basel: Hauptdruckort für lateinische und griechische, wissenschaftliche Literatur im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts

Antwerpen: Zentrum des niederländischen Buchdrucks im 16. Jahrhundert

 

e) Wechselwirkungen zwischen Buchdruck und Humanismus

– Buchdruck erst als „sicheres“ Mittel zur Bewahrung von Wissen gg die Vergänglichkeit angesehen; statt der Härte des Materials (Steintafeln), stellt die Häufigkeit und Verbreitung einer Schrift dieses nun sicher=> erst jetzt wird die Bewahrung und Wiederherstellung alter Weisheiten möglich (Vorstellung der Zeit), da Handschriften zu oft verloren gingen oder verfielen

– Buchdrucker, die auf ihren Ruf achten, suchten Humanisten als (bezahlte )Kastigatoren (Herausgeber, Berater, Lektoren) zu gewinnen

– Buchdruck ermöglicht den Humanisten ihrem Ziel der allgemeinen Wissensvermittlung und „Jugendbildung“ näher zu kommen durch kostengünstige Textausgaben mit philologischer Exaktheit und ansprechender äußerer Gestaltung

=> zudem Möglichkeit, die Bildung aus der kirchlichen Obhut zu nehmen

– Förderung der Forschung und Lehre an den Universitäten

– neuer Dichtertypus poeta doctus (Bildungsdichter) => besondere Orientierung an dem Stil Ciceros, dessen Werke durch den Buchdruck verbreitet wurden

– Einführung der griechisch Typen bei Manutius/ Koberger; trotzdem dominiert entweder handschriftliche Ergänzugen von entsprechenden Textstellen oder ergänzender Blockdruck

1501 erste Griechisch-Grammatiken in Erfurt, 1488 erste griechische Homer-Ausgabe in Florenz

– Einführung/ Wiederentdeckung des Hebräischen => Entwicklung von hebräischen Typen seit Beginn des 16. Jahrhunderts

=> trotzdem dauerte die Verbreitung von griechischen, hebräischen oder anderweitig begehrten Texten tw. lange (vgl. Klage von Vadian)

– Humanisten als Konsumenten, Büchersammler, Bibliophile, Besitzer von Privatbibliotheken, Herausgeber (bes. Übersetzungen)

– Humanisten bringen dem Buchdruck neue Inhalte jenseits der Theologie: Wissenschaften (Geographie, Medizin, Zoologie, Botanik, Bergbau), antike Texte (Überlieferung, Übersetzung, Editionen und Anthologien) und eigene Texte (Briefe)

– Rettung und Wiederentdecken von zahlreichen Handschriften (konservatorischer Aspekt)

– neue Wissenschaften verlangen nach mehr Bilder, Verbindung von Text und Bild

– „Humanistenschrift“: Antiqua, die sich die italienische Petrarcaschrift zum Vorbild nahm; zudem war sie abgeleitet von der karolingischen Minuskel, die man für die römische hielt => humanistische Minuskel + Majuskeln von Inschriften => Renaissance-Antiqua vs. Fraktur, die als deutsche Schrift sich etabliert, zugleich als eher protestantisch, während der Vatikan die humanistische Minuskel übernimmt

– Humanisten legten neben der philologischer Exaktheit auch Wert auf technische und graphische Ausstattung „ihrer“ Werke (Illustrationen, Typographie, Durchschuss, Layout, Schrift(grade) und Durchschuss, Papiertyp)

– erhöhte Anzahl an verschiedenene Texten führte auch zur Einführung von bibliographischen Angaben, Titelblättern und Standdardisierung von Inhalten (1Autor, 1Werk und 1Inhalt) (-> Herausgeber werden wichtig) => Wandel der Sicht auf Autorschaft, Urheberschaft, etc.

– Wendepunkt um 1480: Lösung des Buchdrucks von der Handschrift mit eigenen Ausgestaltungen, verstärkt Druck von humanistischen Texten

– Lobreden der Humanisten auf den Buchdruck und Anerkennung seiner Leistung => Ruhm und wissenschaftliches Renomee

– Problem des Nachdrucks: zum einen fördert es die Verbreitung, zum anderen sind Nachdrucke oft minderer Qualität (Material und Inhalt) => Wiedereinführung/Benutzung des (geschützten) Sigels bei Dürer und Luther; Privilegien von den Landesherren, die vor Nachdruck schützen sollten, waren wegen des begrenzten Herrschaftsgebietes wenig wirksam