So, nachdem ich mich zur Prüfungsvorbereitung (mein letzter Schein, yay!) wieder mit Geschichtsphilosophie von der philosophischen Seite her auseinandergesetzt habe, fiel mir ein Aspekt auf, der mich daran störte: es scheint, als ob in der Geschichtsphilosophie nie richtig zwischen unterschiedlichen Arten der Geschichtsschreibung getrennt wurde. Da werden Chroniken, teleologische Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts, „Große Erzählungen“ und kleine Einzeluntersuchungen nicht unterschieden. Oftmals habe ich das Gefühl, die Geschichtsphilosophie hat vor allem die großen Erzählungen vor Augen. Kein Wunder, dass ich mich dann immer frage, wie denn nun jede Art von Geschichte narrativ sein soll und es angeblich keine nicht-narrative Geschichtsschreibung gäbe.
Auch in anderen Bereichen wird diese Unterscheidung nicht oft gemacht. Am besten habe ich sie bei Nietzsches „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben“ gefunden. So wie ich es sehe, gibt es grundsätzlich erstmal drei Arten der Geschichtsschreibung: die Chronik, die möglichst alle Daten in einem bestimmten Gebiet sammelt; die Einzeluntersuchung, die alles oder nur Aspekte über ein bestimmtes Themengebiet darstellt und die – ich würde es so nennen – Geschichtserzählung, die einen Zeitraum behandelt und versucht, Bedeutung zu finden.
Diese könnte man bestimmt noch mehr unterteilen oder noch mehr Bereiche finden, die auch einen ganz eigenen Ansatz haben?

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