Zwerge auf den Schultern von Riesen

Meine Beschäftigung mit Themen der Geschichte, Philosophie und Buchwissenschaft

Monarchomachen

Verfasst von Zwerg am Februar 6, 2010

Die vielen einzelnen Geschichten, die für mich Geschichte ausmachen, erfordern es, sich einem Thema immer wieder neu anzunähern, es zu umkreisen und ihm Zeit und Raum zu geben, sich zu entwickeln.
Das bedeutet im konkreten Fall, dass ich mich in der Auseinandersetzung mit der Frage nach den forcierten Herrschaftsenden in unterschiedliche Bereiche einarbeite, mir dazu Wissen aneigne und dieses sich hoffentlich am Ende im Hinblick auf meine Fragestellug bewähren wird.

Bis ich dieses Wissen für die Diss nutzen kann, liegt es nutzlos in meinen Dateien und Gehirnzellen herum. Damit dies nicht so ist, stelle ich mein neu erworbenes Wissen doch lieber ins Netz, hier auf meinen Blog (und nicht bei Wikipedia, damit nicht Punkte, die für mich wichtig sind gelöscht werden und andere Punkte aufgenommen werden, die für mich ohne Belang sind). Den Rest des Beitrags lesen »

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Mal was Grundsätzliches

Verfasst von Zwerg am Januar 15, 2010

Eine wichtige Aufgabe eines Historikers ist es, über seine eigene Arbeit zu reflektieren. Meistens geschieht dies ganz unbewussst, doch hier an dieser Stelle möchte ich versuchen, meine Reflektion offenzulegen.

Genauer möchte ich danach fragen, was der Historiker eigentlich so macht, wenn er Geschichte betreibt und damit auch wie und warum er an historische Themen herangeht?
In einem zweiten Schritt frage ich dann, was meine eigenen Vorstellungen von Geschichte und Vergangenheit sind und unter welchen Voraussetzungen/ Vor-Annahmen ich Geschichte betreibe?

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Vor-Überlegungen zur Promotion

Verfasst von Zwerg am Dezember 28, 2009

Für alle, die genau wie ein Freund von mir, die Zeit zwischen den Jahren dazu nutzen wollen, sich zu überlegen, ob eine Promotion nicht genau das richtige nach dem Studium für sie wäre, ein paar Überlegungen und Hinweise, die mir weitergeholfen haben. Den Rest des Beitrags lesen »

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Sprache und Geschichte

Verfasst von Zwerg am Dezember 2, 2009

Wie viele andere Wissenschaften ist auch die Geschichtswissenschaft vom linguistic turn überrollt wurden.  Dieser Begriff steht für die Überlegungen vor allem angloamerikanischer und französischer Theoretiker (zu nennen sind da vor allem Saussure, Lévi-Strauss, Foucault, Barthes, Derrida und für Geschichte besonders wichtig Hayden White), die sich das Verhältnis von Sprache und Realität angeschaut haben und dabei feststellten, dass wir Realität nicht ungefiltert wahrnehmen können, sondern immer an Sprache und sogar an bestimmte Diskurse gebunden sind. Den Rest des Beitrags lesen »

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Legitimität

Verfasst von Zwerg am November 23, 2009

Bei den Vorüberlegungen zu meinem Thema “Herrschaftsenden in der Frühen Neuzeit” bin ich sehr schnell über den Begriff – besser das Problem – der legitimen Herrschaft gestolpert.
So wird davon gesprochen, dass die Legitimität eines Herrschers in Frage gestellt wurde oder das er Legitimität hatte – doch was heißt das eigentlich? Den Rest des Beitrags lesen »

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Statusmeldung aus dem Leben einer Doktorandin

Verfasst von Zwerg am November 12, 2009

Wie spätestens an der Posting-Frequenz dieses Blogs hier abzulesen ist, hat der typische Promovend eine Menge zu tun. In meinem Fall kommt eine halbe Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin hinzu, die Planung meiner Hochzeit nächstes Jahr und noch schaffe ich mir auch Freiräume für ein Leben jenseits von Arbeit und Promotion (das wird sich vermutlich nahe an der Abgabe ändern). Den Rest des Beitrags lesen »

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Grenzen und Grenzüberschreitungen

Verfasst von Zwerg am Oktober 13, 2009

Vor ein paar Wochen war ich in Aachen auf der Tagung “Grenzen und Grenzüberschreitungen” von der AG der Frühen Neuzeit.  Ich möchte jetzt gar nicht einen Tagungsbericht abliefern – den wird es mit Sicherheit bei h-soz-u-kult geben – sondern die Ideen, die ich mitgenommen habe, vorstellen: Den Rest des Beitrags lesen »

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Back-Up-Strategien

Verfasst von Zwerg am August 13, 2009

Eine Back-Up-Strategie ist wie eine Versicherung: jahrelang muss man einzahlen, und vielleicht tritt der Ernstfall nie ein, aber wenn doch, dann wäre ohne Versicherung (oder eben ohne Back-Up) die Sintflut nur eine kleine Unannehmlichkeit dagegen.

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Gegenstände der Globalgeschichte

Verfasst von Zwerg am August 1, 2009

In der aktuellen Geschichtswissenschaft sind es vor allem wirtschaftliche Themen, die globalgeschichtlich betrachtet werden. Die gegenwärtige Globalisierung zeigt da ihren Einfluss. Typische Forschungsgegenstände sind daher vor allem der Handel. In der Frühen Neuzeit oft Handelsgesellschaften, im Mittelalter eher der Handel von Gewürzen, Waffen und Seide.

Zur Globalgeschichte des Mittelalters ist besonders zu bemerken, daß sie zunächst aus einer Abwehrhaltung entstand und sich gegen die vorherrschende Meinung richtete, daß Globalisierung/ globaler Handel erst seit etwa dem 19. Jahrhundert stattfand. Meiner Ansicht stammte diese Meinung zum einen stark aus der Empire-Forschung, die das britische Empire als ersten weltumspannenden, wirtschaftlichen Komplex wahrnahm und zum anderen aus der Beschränkung des Blickwinkels auf technische Möglichkeiten und das rasante Zusammenwachsen der Welt dank Eisenbahn, Schiffsverkehr, Telefon, Flugverkehr und Internet seit der Hochindustrialisierung.
Mediävisten verweisen dagegen zu Recht auf die großen Handelsnetze des Mittelalters an den Küsten des Indischen Ozeans. Zwischen China, Indien, Arabien und Ostafrika gab es regen Schiffsverkehr, Handel, Wissensaustausch und Kulturkontakte. Die Seidenstrasse verband den östlichen Mittelmeerraum, und damit auch Nordafrika und Europa, mit Bagdad, Zentralasien und schließlich China.
Reisen und der Kontakt zwischen unterschiedlichen Kulturen ist ebenfalls schon länger ein Thema in der Mediävistik. Zunächst vor allem europäische Reisende, d.h. Pilger, Kreuzfahrer, Händler, Gesandte oder Soldaten, die sich innerhalb Europas bzw. in den östlichen Mittelmeerraum bewegten und schriftliche Quellen in Form von Reisetagebüchern, Reisebeschreibungen/-führern, Rechnungsbüchern oder Briefen hinterließen.
Neben den beschwerlichen Bedingungen des Reisens selbst, ist es besonders spannend zu lesen, wie Kontakte mit anderen Kulturen stattfanden oder wie ein Reisender aus dem dörflichen Reich staunend in Rom oder Venedig steht. Heute kennen wir den Petersplatz aus Reiseführern, Papstansprachen oder GoogleEarth; früher konnte man aus seinem eigenen Horizont nur unzureichend solche Vorstellungen entwickeln und auch Erzählungen waren kein Ersatz für das eigene Auge.

In der Frühen Neuzeit sind neben dem Handel besonders Kolonialismus und Entdeckungen wichtige Forschungsthemen, die bereits seit langem untersucht werden und sich nun unter Globalgeschichte neu positionieren.

Die weltweiten Zusammenhänge von Migration, Umwelt und Klima oder Kommunikation sind eher neue Forschungsrichtungen innerhalb der Globalgeschichte. Grade bei diesen Themen ist es kaum möglich sich auf regional begrenzte Räume zu beschränken oder nur einen Staat zu betrachten.

Und zu guter Letzt sind natürlich Verkehr, Technik, Internet, Industrialisierung und die zunehmende weltweite Verflechtung in allen Bereichen Forschungsgegenstände, die von der heutigen Globalisierung ihre Anregungen und Fragen beziehen.

Je mehr ich mich damit beschäftigte, umso spannender finde ich Globalgeschichte und so ist es bestimmt nicht das letzte Mal, das ich hier etwas dazu schreibe. Fürs erste soll es aber erst mal reichen, inspirierende Bücher habe ich unten angegeben und die Zusammenfassung der drei Artikel zur Globalgeschichte hier zum Herunterladen bereitgestellt.

Weiterführende Literatur:

Bayly, Christopher A.: Die Geburt der modernen Welt: eine Globalgeschichte 1780-1914. Frankfurt 2006.

Demandt, Alexander: Kleine Weltgeschichte. München 2003.

Ertl, Thomas: Seide, Pfeffer und Kanonen. Globalisierung im Mittelalter. Darmstadt 2008.

Grandner, Margarete; Rothermund, Dietmar und Schwentker, Wolfgang (Hg.): Globalisierung und Globalgeschichte. Wien 2005.

Marks, Robert B.: Die Ursprünge der modernen Welt. Eine globale Weltgeschichte. Darmstadt 2006; im Original: The Origins of the Modern World. A Global and Ecological Narrative. Lanham, Maryland 2002.

Nagel, Jürgen: Abenteuer Fernhandel. Die Ostindienkompanien. Darmstadt 2007.

Nussbaum, Felicity A. (Hg.): The global eighteenth century. Baltimore 2003

Osterhammel, Jürgen: Globalgeschichte. In: Goertz, Hans-Jürgen (Hg.): Geschichte. Ein Grundkurs. Reinbek bei Hamburg3 2007, S. 592-610.

Osterhammel, Jürgen (Hg.): Weltgeschichte. Stuttgart 2008 (Basistexte Geschichte 4).

Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes. 2 Bände. Wien 1918 und München 1922

Toynbee, Arnold J.: A Study of History. 12 Bände. London 1934-1961.

Zemon Davis, Natalie: Global History, many Stories. In: Osterhammel, Jürgen (Hg.): Weltgeschichte. Stuttgart 2008 (Basistexte Geschichte 4), S. 91-100 .

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Welt-, Global- oder Universalgeschichte

Verfasst von Zwerg am Juli 31, 2009

Nachdem ich schon einige Male über globalgeschichtliche Themen oder Bücher berichtet habe, für den interessierten Leser auch ein paar Erläuterungen, was dieser Begriff in der derzeitigen Geschichtswissenschaft eigentlich bedeutet.

Der Begriff “Globalgeschichte” wird nahezu inflationär gebraucht und schließt damit an die Diskussion um Globalisierung (oder neu: Glokalisierung, d.h. Wechselwirkungen von globalen und lokalen Gegebenheiten) an.

In der Globalgeschichte ist der Gegenwartsbezug deutlich daran zu sehen, daß sie in erster Linie nach wirtschaftlichen Zusammenhängen fragt, in zweiter Linie auch nach dem Austausch von Informationen.
Doch was genau ist nun Globalgeschichte und worin unterscheidet sie sich von den andern, in der Überschrift genannten Begriffen?

Vorweg: es gibt keine klare Unterscheidung dieser Begriffe und sie werden, je nach Autor, unterschiedlich gebraucht.  Üblicherweise verstehen Historiker unter Globalgeschichte die Erforschung eines Gegenstands (z.B. des Sklavenhandels oder der Entwicklung des Papiers) unter Berücksichtigung aller globalen Zusammenhänge. Diese Art der Geschichtsschreibung geht also vom Gegenstand aus und schaut nach den Zusammenhängen und der Netzwerkbildung.
Weltgeschichte betrachtet die (meist politische) Geschichte der ganzen Welt in einem bestimmten Zeitraum. Oswald Spenglers “Der Untergang des Abendlandes” (1918, 1922) und Toynbees “A Study of History” (1934-61) betrachteten sogar die Weltgeschichte seit den ersten Hochkulturen.
Die Universalgeschichte sucht zum einen nach Gesetzmäßigkeiten in der Geschichte (d.h. Spenglers Werk fällt auch unter diesen Begriff) und zum anderen betrachtet sie Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, d.h. politisch, kulturell, ökonomisch, rechtlich, religiös etc. einen Gegenstand (besonders ausgeprägt ist dies mMn in der Buchgeschichte, die sowohl die politischen, die kulturellen, die religiösen (Buchdruck und Reformation), die technischen und künstlerischen und die ökonomischen Aspekte des Buches betrachtet).

Wenn bereits die Begriffe nicht eindeutig besetzt sind, damit verbunden sind auch sehr unterschiedliche Konzeptionen von Globalgeschichte, was verbindet dann diese Forschungsrichtung?
Ein gemeinsames Anliegen von Globalhistorikern und Weltgeschichtlern ist die Überwindung der nationalstaatlichen Perspektive, des Eurozentrismus und der Konzentration auf einen Zugriff auf die Vergangenheit.
Eine weitere Gemeinsamkeit besteht in der ansprechenden Darstellungsform vieler globalgeschichtlicher Werke.
Da die Autoren große Linien aufzeigen wollen und Wert stärker auf die Synthese gelegt wird, bietet sich für solche Bücher ein Erzählstil an. Statt der Analyse von Details stehen Fragen nach der übergreifenden Bedeutung, großen Entwicklungen und Wechselwirkungen im globalen Ausmaß.

Globalgeschichte also als eine Betrachtung der Vergangenheit unter einem weiten Blickwinkel, unter Einbezug weltweiter Zusammenhänge und losgelöst von staatlichen Grenzen. Weltgeschichte untersucht, auf einen Zeitraum begrenzt und oft in vergleichender Art und Weise, Entwicklungen in der ganzen Welt und bezieht sie aufeinander; während die Universalgeschichte einen Gegenstand aus allen denkbaren Sichtweisen heraus betrachtet, nicht unbedingt aber eine globale Sichtweise haben muss (je nach Gegenstand).
Wie das genau in der Praxis aussehen kann, folgt im nächsten Teil.

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